| Wie ich zu Lotus kam: |
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| Angefangen hat eigentlich alles in meiner frühen Kindheit und
Jugendzeit.
Wie wohl die meisten Jungs spielte auch ich als Kind gerne mit den berühmten Matchbox-Autos. In meiner Jugendzeit verbrachte ich meine Freizeit mit Zusammenbauen von Modellautos. Am Anfang noch nicht auf spezielle Autotypen fixiert, aber es mußten immer Rennwagen sein und wenn möglich immer mit viel Spoiler und Flügelteilen, ich liebte als Kind schon das Extreme. Ich erinnere mich noch an Automarken aus meiner damaligen Modelbauzeit wie Ford Capri, Lanchia, VW Golf oder BMW. Als ich dann mein erstes Ferrari Modell gekauft hatte war die Liebe zu Ferrari geboren und ich wußte eines Tages würde ich mir auch mal einen kaufen. Eines dieser wunderschönen exotischen, kraftstrotzenden, feuerroten Autos aus Maranello. Ab diesem Tag begann ich ausschließlich Ferrari Modelle zu bauen und zu sammeln und so kam es, daß die oben genannten Modelle nicht mehr interessant waren und irgendwann auf dem Müll landeten. Die Faszination für diese Automarke nahm kein Ende und ich investierte immer wieder sehr viel Geld in meine Ferrarimodellsammlung. Und die Modelle mußten Grundsätzlich immer in rot sein, keines meiner Modelle hat eine andere Farbe. Ich erinnere mich noch, als ich den Ferrari Testarossa Spider der Firma Pocher im Maßstab 1:8 kaufen wollte, mein Modellbauhändler sagte mir, daß es dieses Model in Deutschland nur noch in schwarz und weiß gäbe. Ich sagte daß ich ihn aber in rot haben möchte, egal wie. Mein Modelbauhändler brachte es fertig mir diesen Wunsch zu erfüllen, nach seinem dritten Besuch in Italien - na geht doch! Irgendwann kam dann auch die Zeit, in der ich begann mich für Rennsport zu begeistern. Die liebe zu Rennsport begann eigentlich in meiner Lehre, ein Arbeitskollege der damals mit dem zu der Zeit gerade neu auf dem Markt erschienenen BMW M3 zur Arbeit erschien. Als der mir dann alles erklärte, was an dem Wagen alles umgebaut sei, von Microchiptuning bis hin zu Recaro-Rennsportsitzen mit Hosenträgergurten usw. usw. Ich war auch des öfteren mit ihm unterwegs und er war einer jener Fahrer, die ihren Wagen gerne am Limit bewegen, ehrlich gesagt hatte ich manchmal schon nasse Hände wenn ich da nebendran saß, aber es ging eine Art Faszination durchs Blut, die mich seit her fesselte. Es war die Begeisterung zu erleben, was mit einem solchen Auto möglich ist. Zu dieser Zeit hatte ich gerade selbst meinen Führerschein erhalten und wußte, dieses Auto muß ich auch mal haben. ( Ich fuhr als schlechtverdienender Lehrling und Führerscheinneuling einen Ford Fiesta, den ich von meinem Bruder bekam, und dieser hatte ihn von meinem Vater) Und eben durch diesen Arbeitskollegen begann ich erst richtig mich für Formel 1 und DTM zu interessieren und in meinem Hinterkopf war immer noch dieser BMW M3. Als ich meine Lehre beendete, beendete ich auch die Zeit in der das erste Auto da sein sollte um sich langsam ins Verkehrsleben einzugewöhnen. Also kaufte ich mir mit 21 Jahren meinen ersten schönen und schnellen Wagen, ein Porsche 944, wow, ich war vielleicht stolz - naja, bis ich dann irgendwann merkte, daß man diesen Stolz mit sehr viel Kleingeld bezahlen muß, ganz abgesehen davon, daß ich die Preise von Porsche für einen Werkstattbesuch für mehr als nur unverschämt hielt - man bezahlte eben den Namen. Inzwischen besuchte ich auch mein erstes Autorennen, nämlich die DTM in Hockenheim und da war er wieder, der BMW M3 (er war immer noch im Hinterkopf), das Auto faszinierte mich und ich kaufte anschließend ständig die Zeitschrift Auto-Motor-Sport um in den Kleinanzeigen das zu finden, was ich suchte......und ich wurde fündig. Die Anzeige lautete damals etwa so: Schnitzer BMW M3 Motortuning 200 auf 250 PS, Schnitzer Fahrwerk, Schnitzer-Sportlenkrad, dreiteilige BBS-Felgen, 245/40 er Bereifung Schnitzerumbau 14.900.-DM usw., usw. Nicht lange gezögert, angerufen, Termin gemacht, zur Bank und auf nach Düsseldorf das Spielzeug kaufen. Der Traum endete dann nach einiger Zeit mit einem Motorschaden auf der Autobahn, als mir bei knapp 260 km/h die Kolben um die Ohren flogen, ja, es war wie bei der Formel 1, die rießige weiße Wolke, die man hinter sich her zieht. Ja, da war der Traum weg und die Schulden bei der Bank blieben, was mich nicht daran hinderte, später nochmals einen BMW M3 zu kaufen diesmal in gelb und von MK-Motorsport (MK = Michael Krankenberg / Rennfahrer und Motortuner auf BMW). Diesmal nur mit Microchiptuning auf 215 PS, Coni Fahrwerk, MK-Felgen mit 245/40. Meine Begeisterung für DTM, Formel 1und die für Ferrari wurden somit auch immer stärker. Mit meinem ersten Besuch bei der Formel 1, natürlich ausgerechnet noch im Ferrariland Italien lößte bei mir Emotionen aus, wie ich sie vorher noch nicht kannte. Ohrenbetäubendes Motorengeheule, High Speed und der wunderbare Duft aus den dröhnenden Endrohren der Formel 1 - Boliden setzten mich fast wie in Trance. Dazu kam natürlich diese riesige Fangemeinde eine Familie von hunderttausenden Gleichgesinnter. Faszinierend natürlich auch auserhalb der Rennstrecke, was man da zu sehen bekam, für den Italiener vielleicht Alltag, für mich unvergeßlich. Noch nie in meinem Leben habe ich so viele Serienferraris auf der Straße gesehen wie hier. Das gleiche Bild bot sich mir wieder, als ich in Italien war zur Siegesfeier von Ferrari, da fährt eben mal ein F 40 an dir vorbei, das ist ein Bild, das sich eigentlich eher selten bietet, genau wie beim Ferraritreff in Baden-Baden, wo doch tatsächlich zwei Exemplare des neuen Ferrari Enzo standen, sowie ca. 7 Exemplare des F 50 und ca. 10 des F40 sowie viele Oldtimer, die inzwischen Milionenbeträge erreichen. Insgesamt sollen an diesem Wochenende ca. 500 Ferraris in Baden- Baden im Kurpark gestanden haben. Natürlich darf man nicht vergessen, daß ein gewisser Ferrari-Boom durch Michael Schumacher ausgelöst wurde, ich bin zwar auch ein Schumifan, zähle mich aber nicht in die Kategorie Ferrarifan, die nur aus diesem Grunde der Ferrarigemeinde angehören, da ich mich wie schon erwähnt im frühen Jugendalter für die Schönheit und die Kraft der Motoren dieser Fahrzeuge begeisterte. Seit vielen Jahren verfolgte ich in Zeitschriften und später auch im Internet die Preispolitik gebrauchter Ferrarifahrzeuge. Ich hatte den Glauben nie aufgegeben mir eines Tages wirklich diesen Traum zu erfüllen und war auch schon manchmal nahe dran zuzuschlagen, wenn ich ein verhältnismäßig gutes Angebot eines Gebrauchten in der Zeitung oder im Internet fand. Eines Tages war es dann passiert, ich sah auf der Straße einen Lotus Elise MK 1. Ich sah dieses Auto zum ersten mal und mußte erst mal genauer schauen, wegen der Marke - was war das, irre.....das ist doch was für mich. Mit null Ahnung, welcher Händler solche Autos wohl liefert, was das Fahrzeug kostet, wieviel PS der wohl hat usw. begann ich im Internet zu suchen. Es war so eine Art Liebe auf den ersten Blick und könnte ich Ferrari wirklich untreu werden? Also ging das was ich mit Ferrari hinter mir hatte nun mit der Marke Lotus von vorne los, nämlich im Internet möglichst viel über dieses Fahrzeug zu erfahren und Preise von gebrauchten Lotus Elise MK 1 zu vergleichen. Ich bin auch kein Großverdiener, aber wenn ich mir dann überlegte, was für Autos ich schon in jungen Jahren unterhalten und finanziert hatte, sah ich da irgendwie erst recht kein Problem. Mein nicht unbedingt hohes Einkommen im Verhältnis zu meinen hohen monatlichen Kosten war der Grund, daß ich doch sehr lange zögerte mit dem Kauf eines gebrauchten Elise. Das Zögern erwies sich später als richtige Entscheidung, denn durch mein langes Zögern erschien inzwischen das Nachfolge Model der Elise MK 2. Mein erster Gedanke war der, daß wie das bei anderen Automarken der Fall ist der Preis eines Gebrauchten des Vorgängermodells in den Keller fallen würde und ich so doch noch günstiger an einen MK 1 kommen könnte. Pustekuchen, über weitere Wochen und Monate verfolgte ich die Preispolitik und merkte, daß ich günstiger liege mit einem fabrikneuen MK 2 als im Verhältnis gesehen einem gebrauchten MK 1. Weiter kam dazu, daß mir das neue Modell von mal zu mal beim Betrachten besser gefiel und auch wie schon von einigen Elisefahrern bestätigt doch einige Ferraritypische Eigenschaften an der Karosserie zu sehen sind. So dauerte es nicht mehr lange, daß ich mir sagte, einen Ferrari werde ich mir wohl doch nie leisten können, den kann ich vielleicht kaufen, aber nicht unterhalten. Also betrachtete ich die technischen Daten genauer und bei genauer Betrachtung von Hubraum, PS-Leistung, Durchschnittsverbrauch usw. war ich davon überzeugt, das ist die günstige Alternative zum Ferrari. Auch was das Thema Versicherung und Steuer betrifft hielt sich nach meinen Recherchen alles im Rahmen......jetzt war Schluß mit Zögern und ich bestellte mir einen Lotus Elise MK 2 fabrikneu direkt aus England. Einzigstes Ärgernis war die Lieferzeit von angeblich 8 Wochen, denn diese zog sich dann hin bis zu dreieinhalb Monaten und das ausgerechnet bei einem Jahrhundertsommer wie wir ihn 2003 hatten. Aber das Warten hat sich gelohnt, endlich war er da und ein großer Traum ging in Erfüllung. Da das Fahrzeug mit einer enormen Lieferungsverzögerung geliefert wurde, wurde mir das Fahrzeug nachts um kurz vor 24.00 Uhr in das Restaurant geliefert in dem ich derzeit arbeitete. Da auch diese Nacht eine sehr heiße Sommernacht 2003 war beendete ich gegen etwa 1.00 Uhr in der Nacht meine Arbeit nahm das Dach ab und genoß bei offenem Verdeck die Sommernacht und die Liebe wuchs und wuchs, ein unglaubliches Handling, eine irre Straßenlage, super Beschleunigung und ....einfach ein irres Gefühl. Um diese Leidenschaft mit anderen Gleichgesinnten teilen zu können und auch immer wieder Neues über die Marke sowie Tuning, gemeinsame Ausfahrten oder zusammen den Hockenheimring quälen zu können entschloß ich mich dem Lotus-Club-Deutschland beizutreten. Das war die grobe Geschichte, wie ich zu dieser faszinierenden Automarke kam, für richtige Autoenthusiasten nur zu empfehlen. Horst Vier -Ullrich |
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